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Ist Ökostrom wirklich sauber ?

Als Ökostrom wird der Strom bezeichnet, der ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, es besteht hier also eine eindeutige Abgrenzung zu Strom aus Erdöl, Kohle oder Kernkraft. Die Ökostromerzeugung basiert momentan vorrangig auf Windenergie, Biomasse/Biogas, Photovoltaikanlagen und Wasserkraft. In geringem Maße kommen Geo- und Solarthermie zum Einsatz. Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von 2011 beinhaltet das Ziel, den Ökostrom-Anteil in Deutschland von zur Zeit 20,8% auf wenigstens 35% 2020 und 80% des Gesamtstrombedarfs 2050 zu erhöhen. In diesem Zusammenhang versuchen einige Anbieter, auch anders erzeugten Strom, z.B. aus Kraft-Wärme-gekoppelten Blockheizkraftwerken, die mit Gas betrieben werden, als Ökostrom zu verkaufen, obwohl die Erzeugung nachweislich nicht aus erneuerbaren Energiequellen erfolgt. Ebenso gibt es Anbieter, die den Strom weiterhin auf konventionelle Weise erzeugen, aber durch Zukauf von Ökostrom-Zertifikaten diesen Strom dann als Ökostrom vermarkten. Bei dem vielfältigen Angebot, das es derzeit auf dem Strommarkt gibt, lohnt es sich also, beim Ökostrom Vergleich nicht nur auf den Preis, sondern ebenso auf den Inhalt zu schauen.
Aber auch bei unbestreitbar auf Basis erneuerbarer Energien gewonnenem Strom muss die Frage gestellt werden, wie sauber er ist, oder aber auch, wie ökologisch vertretbar er gewonnen wird. Bei Windkraft und Photovoltaikanlagen ist die Frage noch relativ klar und positiv zu beantworten. Was ist jedoch mit Biomasse und Wasserkraft?

Umweltverträglichkeit der Stromerzeugung aus Biomasse

Biostrom wird in Biogasanlagen hergestellt, in denen durch Gärung aus Biomasse Gas erzeugt wird, das anschließend in Kraftwerken zur Stromerzeugung genutzt wird. Um die entsprechenden Mengen an Biomasse, die überwiegend aus Energiepflanzen, insbesondere Mais besteht, zu gewinnen, sind riesige Anbauflächen für diese Energiepflanzen erforderlich, wie man in der Umgebung von Biogasanlagen überall beobachten kann. Deshalb sind viele Experten besorgt, da nach ihrer Auffassung die Biogasanlagen die Umwelt in nicht vertretbarer Weise belasten. Durch die riesigen Energiepflanzen-Anbaugebiete werden Monokulturen geschaffen, die zum einen die Artenvielfalt zerstören und zum anderen zu Schädigungen angrenzender Gewässer führen. Außerdem werden bei diesem Prozess in größerem Umfang Treibhausgase, insbesondere Methan freigesetzt, die für das Klima weitaus schädlicher sind als Kohlendioxid.

Probleme mit der Wasserkraft

Um ein Wasserkraftwerk betreiben zu können, ist die Voraussetzung, genügende Mengen Wasser zu stauen. Dieses Aufstauen hat zur Folge, dass organische Materialien, die normalerweise weggeschwemmt werden, sich am Boden absetzen, dort verfaulen, bei diesem Prozess ebenfalls große Mengen Methan freisetzen und somit die Umwelt schädigen. Zwar ist bei unseren Kraftwerken das Problem nicht so extrem, wie beispielsweise in China, wo ganze Wälder überflutet werden, aber das Phänomen wurde z.B. in der Saar bereits nachgewiesen.
Ein zweites Problem besteht darin, dass von Wasserkraftwerken sehr viele Fische lebensgefährlich verletzt werden, die, wenn sie flussabwärts schwimmen, in die Turbinen geraten.

Es gibt also viele Aspekte, die einen Ökostrom Vergleich nicht einfach machen. Ein Tipp noch zum Schluss, man sollte bei der Auswahl zumindest auf solche Anbieter setzen, die einen festgelegten Anteil des Strompreises in neue Öko-Kraftwerke investieren und somit aktiv zum Ausbau der Stromgewinnung auf Grundlage erneuerbarer Energiequellen beitragen.

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